Der Weg zum Wunschbaby – eine Mama erzählt von ihrer Kinderwunschreise

Bei einem unserer letzten Fotoshootings durften wir eine wundervolle Mama kennenlernen. Wir hatten beim Shooting so viel Spaß, dass wir anschließend spontan zusammen frühstücken gegangen sind. Im Gespräch erfuhren wir, dass sie beide Kinder durch eine Kinderwunschbehandlung bekommen hat. Sie sprach ganz offen darüber und möchte nun mit ihrer Geschichte anderen, die gerade in einer ähnlichen Situation stecken, Mut und Hoffnung schenken.

Wann kam bei Euch der Kinderwunsch auf?

Wir haben geheiratet als ich 35 war und von Anfang an wussten wir, dass wir Kinder haben möchten. Am liebsten zwei. Auf Grund meines Alters beschlossen wir, den Wunsch zügig in die Tat umzusetzen.

Wann habt Ihr gemerkt, dass etwas nicht stimmt?

Wir haben uns nach ca. 1,5 Jahren das erste Mal Gedanken gemacht, dass etwas nicht stimmen könnte. Mein Arzt sagte zwar, dass es bis zu zwei Jahren dauern könnte, bis es zu einer Schwangerschaft kommt. Trotzdem haben wir uns an die Kinderwunschklinik gewandt, da wir einfach wussten, hier am besten beraten zu werden.

Wie lange hat es gedauert, bis Ihr eine Diagnose bekommen habt? Warum hat es schlussendlich auf natürlichem Wege nicht geklappt?

Es war anstrengend, da ich eine ganze Reihe an Untersuchungen über mich ergehen lassen und viele Fragen beantworten musste. Wir haben zwei Intrauterine Inseminationen durchführen lassen – eine der einfachen Künstlichen Befruchtungen. Hierbei wird beim Einsprung Sperma eingesetzt. Leider war keine der Behandlungen erfolgreich. Mir wurde anschließend zu einer Bauchspiegelung geraten, um feststellen zu können, woran es liegt. 

Aus einem ambulanten Eingriff wurde eine OP, da ein faustgroßes Myom an der Gebärmutter entdeckt wurde, welches abgeschabt werden musste. Außerdem wurde festgestellt, dass meine Eileiter nicht durchlässig waren. Eine natürlich Schwangerschaft war also ausgeschlossen. Ich war total vor dem Kopf gestoßen und habe sehr viel geweint. Ich habe nicht mit einer solchen Diagnose gerechnet und hatte auch eine ganze Weile mit Schmerzen durch den Eingriff zu kämpfen. Auf Grund des Heilungsprozesses der Gebärmutter mussten wir ein halbes Jahr warten, bis wir es wieder versuchen duften. Das war sehr hart. 

Wir hatten nun zwar Klarheit und wussten, dass eine Schwangerschaft ausschließlich über eine In-Vitro-Fertilisation (IVF) möglich wäre, waren aber auch gleichzeitig sehr traurig, dass wir nicht die Möglichkeit hatten, auf natürlichem Wege schwanger zu werden.

Das war sicherlich keine einfache Zeit für Euch. Was hat Euch Halt gegeben?

Es war wirklich sehr hart. Ich habe sehr viele Tränen vergossen und mir fiel es unheimlich schwer, es so anzunehmen. 

Unser Glaube an Gott und die Unterstützung durch unsere Freunde und Familie hat uns sehr viel Halt gegeben. Wir haben sie von Anfang an mit einbezogen. Diese emotionale Unterstützung und der Glaube daran, dass Gott einen guten Weg für uns bereithält, hat uns extrem viel Halt gegeben. Wir haben auch versucht uns davon frei zu machen, dass es unbedingt klappen muss. Dass es nicht in unserer Hand liegt und wir nur das Beste dafür tun können, dass ich schwanger werde. Im Endeffekt ist es ein Geschenk, ein Baby bekommen zu dürfen.

Wie lief dann die IVF ab und wie schnell hat es geklappt?

Bei der IVF wurden mir Einzellen entnommen. Leider hatte ich nicht besonders viele. Zum Glück hat es beim zweiten Versuch geklappt und ich wurde mit unserem ersten Sohn schwanger. Ich habe es an meinem Geburtstag erfahren, es hätte kein größeres Geschenk geben können.

Nach zwei Jahren habt ihr noch ein zweites Baby bekommen. Wie sah Euer Weg zur zweiten Schwangerschaft aus?

Da es von Anfang an unser Wunsch war, zwei Kinder zu haben, sind wir nach einem halben Jahr noch einmal in die Kinderwunschklinik gegangen. Uns wurde gesagt, dass es nach einer erfolgreichen künstlichen Befruchtung oftmals auch auf natürlichem Wege klappen kann. Darauf haben wir uns auch erst einmal eingelassen. Als es nicht geklappt hat, sind wir wieder in die Klinik. Untersuchungen ergaben, dass es auch diesmal kaum möglich gewesen wäre. Daher haben wir uns wieder auf die IVF eingelassen. Ich hatte diesmal nur eine Eizelle, die erfolgsvorsprechend aussah. Für uns war es ein absolutes Wunder, dass uns das zweite Baby geschenkt worden ist.

Rückblickend hatte es auch etwas Gutes, dass es nicht direkt nach der Hochzeit geklappt hat. Wir haben als Paar sehr viel voneinander gelernt. Der harte Weg hat unsere Ehe gestärkt. Wir wissen, dass wir eine Familie und Freude haben, die jederzeit für uns da sind. Es hat mich gelehrt, seinen Wunsch nie aus den Augen zu verlieren und sich auch auf steinige Wege einzulassen. Gleichzeitig wussten wir aber auch nicht, wo uns der Weg hinführt. Hier half es uns, darauf zu vertrauen, dass er zu etwas Gutem führt, wie auch immer das aussehen wird.

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