Wie man Eltern unterstützen kann, die ein Baby verloren haben

Zu wissen, was zu sagen ist, wenn eine Mutter einen Verlust erlitten hat, kann so schwierig sein, dass wir manchmal überhaupt nichts sagen. Gerade in solch schwierigen Zeiten bedeutet es für die betroffene Familie jedoch unglaublich viel, zu wissen, dass sie nicht alleine ist.
Wir haben werdende Regenbogenmamas und einen -papa gefunden, die bereit waren, ihre Geschichten mit uns zu teilen und uns zu sagen, was ihnen in diesen schweren Momenten am meisten geholfen hat.

 

„Wenn meine beste Freundin eine FG erleben würde, würde ich ihr sagen:
– Es ist einfach nur furchtbar. Es gibt keinen Trost. Keine aufbauenden Worte. Die Zeit wird den Schmerz erträglicher machen und du sollst wissen, dass du mit dem Schmerz nicht alleine bist. Ich fühle mit dir und bin unendlich traurig. –
Ich für meinen Teil fand die Sprüche am schlimmsten, die angeblich Mut machen oder aufbauen sollten. Man möchte in dem Moment traurig und verzweifelt sein dürfen. Man möchte Mitgefühl und keine plumpen Sprüche. Ich wollte z.B. auch nicht hören, dass das ganz vielen Frauen passiert. Es war MEIN Baby. Etwas ganz Besonderes. Nicht zu vergleichen und alles was mir half, waren Umarmungen und Zuhörer. Auf keinen Fall „Mutmacher“. Die ertrage ich selbst jetzt kaum, wo ich unsere Regenbogen-Zwillinge unter meinem Herzen trage.“
@randis_point_of_view, Mama von 2 Kindern, 1 Fehlgeburt in der 9. SSW, aktuell schwanger mit Zwillingen

„Mein Name ist Marc, ich bin 40 Jahre alt, trage meine zwei Sternenkinder tief im Herzen und bin trotz der Verluste sehr glücklich. Glücklich, weil meine Frau und ich es durch den offenen Umgang unseres Verlustes geschafft haben, wieder nach vorne zu schauen.
Steht zu eurem Sternenkind, trauert, weint, nehmt euch Zeit, kommuniziert, lacht zusammen, verliert euch nicht aus den Augen und ihr werdet sehen, dass ihr weder alleine seid, sondern auch ein schönes Leben auf euch wartet.
Jeder Mensch ist anders und geht somit auch anders mit einem Verlust um.
Mir persönlich hat es sehr geholfen, meine Geschichte zu erzählen. Ich wollte Sie niemandem aufzwängen, aber wenn jemand fragte, habe ich sie immer wieder erzählt und so ging es mir Stück für Stück etwas besser. Es wurde auch immer ein Stück leichter. Was sich auf jeden Fall geändert hat ist, dass ich sehr emotional geworden bin. Kleinigkeiten, sei es im Fernsehen oder eine einfache Spendendose der Sternenbrücke an der Kasse, lassen schnell wieder alles hochkommen. Das wird auch immer wieder passieren. An einem Tag komme ich damit klar an einem anderen nicht.
So doof es sich vielleicht anhört: Die Gespräche und gerade die Zeit lassen die Wunden heilen. Zuletzt ein kleiner Rat (gerade an die Väter, die stark sein wollen für ihre Frau): Redet, tauscht euch aus und auch wir Väter dürfen mal weinen.
@marc.dich, 2 Sternenkinder, aktuell werdender Papa

„Leider wird über das Thema Fehlgeburt viel zu wenig gesprochen. Mir selbst hat es bei der ersten Fehlgeburt den Boden unter den Füßen weggerissen. Ich war am Ende. Ich habe alles mögliche durchdacht und immer wieder den Fehler bei mir gesucht… Was könnte ich evtl. getan haben, das dazu geführt hat? Niemand hat mit mir über das Erlebte gesprochen.
Erst nachdem ich mir eine Therapeutin gesucht habe, die mir geraten hat, offen darüber zu sprechen und ich es dann auch in Social Media offen bekannt gab, kamen so viele Bekannte auf mich zu, die mir dann plötzlich von ihrer Fehlgeburt berichteten. Es tut immer weh und den Schmerz nimmt einem auch keiner. Seit ich weiß, dass ich nichts dafür kann, kann ich auch besser damit umgehen. So konnte ich meine 2. Fehlgeburt viel besser verarbeiten. Man darf nie aufgeben an sich und seinen Körper zu glauben. Nur wer an Wunder glaubt, wird auch welche erleben.
Ich bin mit unserem Regenbogenwunder in der 28.SSW – aber ich würde lügen, wenn ich sage, die Angst sei nicht da. Sie ist ein ständiger Begleiter – doch Vorfreude überwiegt natürlich.“
@nici_1086, 2 Sternenkinder (2019&2020), aktuell schwanger

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